Ein wenig Landstraßer-Konfusion zu Beginn, weil - welch Luxusproblem – mehr als 12 Spieler anwesend waren. Das Problem wurde rasch gelöst, und - völlig untypisch – zusätzlich auch die Abstimmungsprobleme im Anfangsviertel. Zwar lief im Ballbesitz nicht alles wie gewünscht, aber die Defensive arbeitete mit mehr Intensität und dem Willen, es gemeinsam zu probieren. Auswechselungen brachten die Capricorns etwas aus dem Rhythmus, doch das erste Viertel konnten sie knapp für sich entscheiden.
Damit war es das auch schon mit dem konzentrierten Auftritt. In den nächsten beiden Vierteln lief kaum mehr etwas zusammen. In der Verteidigung schaute man den -  nun bestärkten Döblingern - mehr zu, als sich dagegen zu stellen. Und in der Offensive wollte es jeder alleine lösen. Am eklatantesten bei den immer wieder viel zu schnell genommenen Wurfversuchen. Weil die Würfe kaum fielen, auf Offensiv-Reboundsversuche verzichtet wurde und keinerlei Anstand gemacht wurde, die folgenden Fast Break zu stoppen, setzten sich die Gastgeber kontinuierlich ab.
Erst ab der Mitte des letzten Abschnitts kamen die Landstraßer wieder ein wenig besser in Tritt, die klare Niederlage war da aber bereits besiegelt.

Fazit: Wenn der Spielstand nicht den eigenen Ansprüchen genügt, ist nur ein kleiner Teil der Gruppe bereit, gemeinsam zu spielen. Hektische und wilde Einzelaktionen stehen über dem Teamspiel. Das folgende Ergebnis spricht selten für sich.
Union Döbling/2 aK vs. U16/3 aK 63:45 (8:12, 31:21, 51:32)

Die deutliche Niederlage der ersten Capricorns Mannschaft beim ÖMS Spiel zwei Tage zuvor und das Fehlen einiger großer Spieler waren nicht die besten Vorzeichen für dieses schwere Spiel. Dem gegenüber stand ein, am Vortag, klar gewonnenes Match gegen Hakoah, das für ein wenig mehr Zuversicht bei den Capricorns sorgte.

Mit dem Vorsatz, die Struktur aufrecht zu halten und am Rebound stätig dagegen zu halten starteten die Landstraßer in das Spiel. Und dieses Vorhaben wurde über weite Strecken konsequent umgesetzt. Zwar war der deutliche Leistungsunterschiede der beiden Teams über das ganze Match gesehen nicht zu übersehen, doch die Gäste zogen sich phasenweise sehr gut aus der Affäre.
Das lag nicht an einzelnen Spielern, denn alle 12 Capricorns hatten ihre Erfolgsmomente, sondern am immer wieder funktionierenden gemeinsamen Agieren. Am deutlichsten war diese Steigerung gegenüber den letzten Spielen in der Verteidigung und im Fast-Break zu sehen.
Verständlicher Weise wurden während der Pressingsituationen, immer wieder - anscheinend leichtfertige - Ballverluste produziert, der Ball oft zu lange gehalten sowie manchmal viel zu überhastet der Abschluss gesucht. Doch diese Abschnitte dauerten nie eine gefühlte Ewigkeit. Die Capricorns-Jungs schafften es immer wieder sich selbst in Szene zu setzten.

BC Vienna 87 vs. MU16/2 108:50 (29:12|34:15|24:12|21:11)

Fazit: Klar ist eine Niederlage mit mehr als 50 Punkten nichts anderes als eine Schlappe und kann kein Grund zur Freude sein. Aber man darf dabei den Fortschritt nicht übersehen, der in der letzten Zeit gemacht wurde. Es sind nicht mehr vereinzelte Versuche als Team aufzutreten, sondern gezielte Abfolgen, die ein Teamgefüge auch am Platz erkennen lassen. Doch um auch nur annähernd gegen ein Team dieses Kalibers mithalten zu können, muss vor allem die 1 gegen 1 Verteidigung konsequenter ausgeführt werden und die Zeitspanne, in der strukturiert gespielt wird, deutlich vergrößert werden. Eine bessere Freiwurfausbeute wäre auch kein Nachteil. Denn von den (von alles andere, denn schlecht gestimmten Schiedsrichtern) 38 zugesprochenen Freiwürfen wurden nur magere 16 versenkt.

Im Nachhinein muss es der Spielbeginn am Sonntag zur Mittagszeit gewesen sein, der als Ausrede für den leidenschafts- und antriebslosen Capricorns-Auftritt in der ersten Halbzeit herhalten könnte. Woran sonst kann dieser sonst gelegen sein, als am viel zu zeitigen Aufstehen und an der fehlenden vorhergehenden Nahrungsaufnahme?

In den ersten 20 Minuten plätscherte das Spiel auf beiden Seiten sanftest dahin. Erst nach und nach kristallisierten sich in beiden Teams ein paar Spieler heraus, die etwas mehr investieren wollten, doch weder offensiv noch defensiv war Teamsport zu erkennen.
Nach der Pause wurde zwar mit mehr Elan und auch dem Willen, es besser zu machen, ans Werk gegangen. Doch noch war es bei den Capricorns hauptsächlich Gavrilo - der sich in der ersten Halbzeit am Arm verletzte - der von der Bank aus seine Teamkollegen zu mehr Intensität anspornte. Nach und nach sprang der Aktivierungsschub dann aber tatsächlich über. Auch wenn spielerisch nicht allzu viel klappen wollte, in der Verteidigung wurde viel besser kommuniziert und vorne war zumindest das Wollen, auch Punkte zu erzielen, bemerkbar. So wurde der Vorsprung bis zur Mitte des letzten Viertels auf 20 Punkte ausgebaut, bevor dann wieder ein wenig der Schlendrian einkehrte.
UAB vs MU16/2 43:59 (10:14|12:13|8:16|13:16)


Fazit: Die Sprunghaftigkeit des Teams ist enorm und noch ist nicht ganz klar, ob nicht die Sprünge nach vorne, sich mit denen nach hinten die Wage halten. Auf jeden Fall positiv anzumerken, die vom Team in den letzten Minuten selbst ausgegebene Aufgabe, dass alle anwesenden Spieler auch scoren sollen, zeigt von einem intakten Teamgefüge.

Herbstferien sind wahrlich keine einfache Zeit, einen kompletten Kader zusammen zu stellen. Trotzdem schafften es neun Capricorns in den Hallmann Dome. Wann bietet sich schon der Luxus in Wiens schönster Basketball-Halle zu spielen?
Doch leider waren die Landstraßer Jungs von der ersten Sekunde an völlig abgemeldet. Die Hausherren lieferten eine Lehrstunde in punkto Aggressivität und die Capricorns waren sofort zutiefst verunsichert. Drei Viertel lang brachten sie kaum eine gelungene Aktion aufs Feld, waren fallweise zu hektisch, dann zu unkonzentriert und man hatte den Eindruck, sie würden viel lieber gar nicht am Parkett stehen.
Erst im letzten Abschnitt brachten die Capricorns ein wenig Ruhe und Stabilität ins eigene Spiel, hatten fallweise auch die richtigen Antworten auf die Verteidigung von Basket2000 und konnten so das absolute Spiel-Desaster ein wenig abwenden.

Fazit: Auch wenn der Qualitätsunterschied wieder eklatant war und zwei hohe Niederlagen hintereinander für das Selbstvertrauen alles andere denn ideal sind, es lässt sich viel für das eigene Spiel aus solchen Matches mitnehmen. Vor allem für die Neulinge sind solche Spiele eine sehr harte Herausforderung, aber der Lerneffekt kann durchaus ein hoher sein.
Basket2000 vs. MU16/2 93:21 (33:1, 59:5,78:7)